Komitee der Solidarität mit den iranischen ArbeiterInnen - Hamburg

Aus Linkstermine-HH

Wechseln zu: Navigation, Suche

Bild:Iranische_ArbeiterInnen.gif

Unser Hauptziel ist die Zusammenarbeit zwischen der iranischen und internationalen ArbeiterInnenklasse.

Unsere Homepage ist: www.arbeiternews.de.


Inhaltsverzeichnis

Aktuelle Nachrichten

7. April 2008: Mahmoud Salehi ist frei

Kampf und Widerstand haben sich gelohnt

Mahmoud Salehi, einer der bekanntesten iranischen Gewerkschaftsaktivisten wurde am 06.04.2008 um 12.30h (ME) aus der Haft entlassen. Seine Freilassung basiert vor allem auf seinem großen Willen und seinen Widerstand. Er war ein herausragendes Symbol des Widerstandes der iranischen Arbeiterbewegung gegen das herrschende kapitalistische Regime im Iran. Während seiner Gefangenschaft, dem 09. April 2007, haben alle Unterdrückungsorgane des Regimes versucht seinen Widerstand zu brechen. Letztendlich war sein Wille stärker als der gesamte Unterdrückungsapparat.

Seine Freilassung hat ein weiteres Mal sehr deutlich gezeigt, dass die internationale Solidarität viel erreichen kann. Viele Arbeiter- und Menschenrechtsorganisationen, viele freiheitsliebende Menschen haben sich für seine Freilassung engagiert und gekämpft, und können nun stolz sein, dass Mahmoud Salehi wieder seinen Kampf für die Interessen der Arbeiterklasse fortsetzen kann.

Mahmoud Salehi ist nun frei, jedoch viele Aktivisten der Arbeiter-, Frauen- und Studentenbewegung sind nach wie vor in Haft und benötigen weiterhin Unterstützung und Solidarität.

Solidaritätskomitee mit den iranischen ArbeiterInnen – Hamburg
Hamburg, den 07.04.2008

Text als PDF

24. März 2008: Mahmud Salehi's Leben ist in Gefahr

Mahmud Salehi, einer der bekanntesten iranischen Gewerkschaftsaktivisten, der seit dem 09. April 2007 in der Stadt Sanandaj (Provinz Kurdistan) inhaftiert war, sollte am 23. März nach Abbüßung seiner Haftstrafe freigelassen werden.

Mahmoud Salehi ist verurteilt worden, weil er versuchte, eine Kundgebung anlässlich des 1. Mai 2004 zu organisieren. Seit seiner Verhaftung haben viele Arbeiterorganisationen, wie International Confederation of Free Union (ICFU), DGB Deutschland, IG Metall, DGB Hamburg, sowie amnesty international gegen diese politischen Maßnahmen protestiert und seine sofortige Freilassung verlangt.

Sein gesundheitlicher Zustand hat sich nach seiner Verhaftung dramatisch verschlechtert. Eine seiner Nieren ist nicht mehr funktionsfähig und die zweite Niere funktioniert nur noch teilweise. Am 17. März ist er vor das Gericht der Stadt Sanandaj gebracht worden und bekam wegen einer Grußbotschaft an Studenten, die im November 2007 an verschiedenen Universitäten an Studentenaufständen teilnahmen, und einer Grußbotschaft an die iranischen Frauen anlässlich des Weltfrauentags 2008 eine neue Haftstrafe und muss daher nun im Gefängnis bleiben.

Mahmud Salehi hat seit dem aus Protest einen Hungerstreik, bei dem er selbst das Trinken verweigert, begonnen und will diesen Hungerstreik bis zu seiner Freilassung fortsetzen. Seit dem 22.März sind alle Kontakte zwischen ihm und seiner Frau und seinem Anwalt abgebrochen. Es bestehen keine Information über seinen gesundheitlichen Zustand seit Beginn des Hungerstreiks. Laut der letzten Information ist sein gesundheitlicher Zustand lebensbedrohlich.

Am 23. März 2008 kamen über 200 Arbeiteraktivisten aus dem ganzen Land nach Sanandaj und versammelten sich vor dem Gefängnis mit der Hoffnung, dass Mahmud Salehi freikommt. Seine Frau, die in der Versammlung anwesend war, versuchte mit ihrem Mann in Kontakt zu treten, dies wurde ihr jedoch verweigert.

Wir fordern alle Arbeiterorganisationen, Menschenrechtsorganisationen, Ärzte ohne Grenzen auf, die Freilassung Mahmud Salehi's zu verlangen. Aufgrund des Hungerstreikes und seines Gesundheitlichen Zustandes kann Mahmud Salehi nicht lange leben, wenn er nicht freigelassen wird.


Solidaritätskomitee mit den iranischen ArbeiterInnen -Hamburg Koordinationsrat der Iranerinnen und Iranern in Hamburg

Hamburg, den 24. März 2008
komitehamburg@yahoo.de


Text als PDF


10. Oktober 2007: Solidatitätsaufruf für die Arbeiter der Zuckerfabrik Haft Tappeh im Iran

Unterstützt den Kampf der Arbeiter der Zuckerfabrik Haft Tappeh im Iran

Seit dem 29. September tragen über 5.000 ArbeiterInnen der Zuckerfabrik Haft Tappeh (Provinz Khuzestan) zum 16. Mal in den letzten zwei Jahren ihren Streik aus.

Die Fabrik Haft Tappeh existiert seit 47 Jahren. Die Fabrik ist eine staatlich geführte und eine der größten Zucker produzierenden Fabriken Irans. Im Einklang mit der Weltbank und dem IWF soll die Fabrik privatisiert werden, was für große Teile der Belegschaft den Verlust ihres Arbeitsplatzes nach sich zieht. Die weltweite neoliberale Politik hat die Reduzierung von Stammbelegschaften und die Einführung von Leiharbeit zum Ziel. Somit ist es den Kapitalisten und deren Handlangern im Staat möglich, deren Offensive in Form der maximalen Ausbeutung der Leiharbeiter weiter auszubauen.

In diesem konkreten Fall versucht der kapitalistische Staat Iran unter dem Vorwand fehlender Liquidität die Fabrik zu zerschlagen. Auf der einen Seite werden die Felder für den Zuckeranbau verkauft, wodurch logischerweise die Produktion von Zucker drastisch sinkt. Andererseits hat sich eine starke Zuckermafia mit der Unterstützung der Machthaber hervorgetan. Die Mafia versucht den Markt durch den Import von billigem Zucker zu sättigen und treibt somit die Zuckerfabrik in den Ruin.

Die Arbeiter von Haft Tappeh haben sich am 29.09. entschlossen ihren Kampf aus der Fabrik hinaus auf die Straße zu tragen. Sie marschierten zur Stadt Shush wodurch die Zufahrtsstraßen der Stadt blockiert wurden. Letztendlich versammelten sie sich vor dem Gebäude des Statthalters und erklärten die Fortsetzung ihres Streiks bis zur Erfüllung ihrer Forderungen.

Einige Forderungen lauten:

  • Erlass der Schulden der Fabrik
  • Auszahlung ausstehender Löhne
  • Verzicht auf Privatisierung der Fabrik
  • Stopp des Billigimports durch die Erhöhung des Zolls
  • Gründung einer Gewerkschaft

Als der Beschwichtigungsversuch von Seiten der Stadt keine Früchte trug, kesselten die Sicherheitskräfte und Sonderkommandos die Streikenden ein, um dadurch die Verbindung der Arbeiter in der Fabrik mit den Streikenden vor Ort zu kappen und um zu verhindern, dass sich andere Arbeiter und die Bevölkerung mit Ihnen solidarisieren.

Am sechsten Tag des Streiks griffen die Sicherheitskräfte und Sonderkommandos die Streikenden an. Jedoch konnte all dies den Willen der Streikenden ihren Kampf bis zum Ende weiterzuführen nicht brechen. Die Streikenden haben in zwei Erklärungen um die Unterstützung der internationalen Arbeiterorganisationen gebeten.

Bisher haben sich einige Fabriken, Aktivisten der iranischen Arbeiterbewegung, Frauen- und Studentenbewegungen im Inland mit den Streikenden solidarisiert. In einem Land, in dem ein islamisch-faschistisches Regime regiert, bedarf es hierfür großem Mut und Tapferkeit. Wir können und dürfen die streikenden Arbeiter der Fabrik Haft Tappeh in ihrem gerechten Kampf nicht allein lassen. Wir rufen alle Arbeiter- und Menschenrechtsorganisationen, linken Organisationen, Parteien und Kräfte auf, diesen Kampf mit allen Mitteln zu Unterstützen und gegen die islamischen Machthaber zu protestieren.

Verein zur Solidarität mit Arbeiterbewegung im Iran – Hannover
Komitee zur Solidarität mit Arbeitern im Iran – Hamburg
Verein zur Solidarität mit Arbeitern im Iran – Frankfurt
Gruppe zur Solidarität mit Arbeiterbewegung – Berlin
Verein zur Solidarität mit Arbeitern im Iran – Köln

WWW.ARBEITERNEWS.DE

10.10.2007


Solidaritätsaufruf als PDF

4. November 2007: Friedliche Versammlung streikender Arbeiter in Shoush gewaltsam aufgelöst

Die Polizei und Sicherheitskräfte haben die friedliche Versammlung der streikenden Arbeiter in der Stadt Shoush gewaltsam gestürmt und niedergeschlagen! Mehrere Arbeiter und ihre Familien wurden verletzt und festgenommen!

Am 6. Tag des Streiks (04.09.2007) hat die iranische Regierung die friedliche Versammlung der Arbeiter der Hafttapeh – Zuckerfabrik in der Stadt Shoush niedergeschlagen. Beim Sturm hat die Polizei Brenngas und Knüppel eingesetzt und mehrere Menschen verletzt und inhaftiert. Zwei bekannte und vertraute Arbeitervertreter, Herr Feridoun Nikoufard und Ramazan Alipour, wurden ebenso festgenommen. Die Präsenz der Polizei in der Stadt ist übertrieben. Keiner darf in die Stadt einreisen bzw. die Stadt verlassen. Gestern haben die Arbeiter diesen offenen Brief veröffentlicht: http://linkstermine.org/download/Hafttapeh.pdf.

Arbeiter News aus dem Iran

Chronik

Weiteres

Persönliche Werkzeuge